Mit dem Saatgut eines Blühackers kam das Herzgespann zu uns in den Garten und ist als Bienenweide ein „Insektenmagnet“ bis zum Frost.
Die winterharte Staude namens Herzgespann oder Löwenschwanz kann jährlich neu eine Höhe von 1 bis 2,50 Metern erreichen. Je nachdem ob sie auf kiesigem Untergrund steht oder auf einem Kompostplatz wächst. Es war früher in jedem Bauerngarten vertreten, und ist leider in Vergessenheit geraten.

Wenn sie aus der Erde sprießt, erinnert sie an eine Brennessel, doch ihre Blätter sind weich. Später verwandelt sie ihr Erscheinungsbild vollständig. Nur die jungen Blätter sind hellgrün, samtig und eher rundlich mit gezackten Rändern. Mit der Zeit bildet die Pflanze lange, verholzende Stängel aus, während die Blätter schmaler werden und die Fruchtstände stachelig werden.
Im Bildvordergrund sieht man die jungen Triebe des Herzgespann, im Hintergrund die Blütenstände.
Ab Juni entwickelt sie sich bis in den Spätherbst zu einem wahren Insektenparadies. Der obere Bereich der Stängel ist übersät mit kleinen Lippenblüten in rosa- oder fliederfarben. Bei ausreichender Bewässerung bilden sich oben ständig neue Blüten und Blätter, während die unteren Blüten zu Samenständen heranreifen. Selbst bei längerer Trockenheit bleibt die Pflanze aktiv: Sie treibt immer wieder frische, weiche und hellgrüne Triebe aus ihrem Wurzelstock.
Auf unserem nährstoffarmen Kieshaufen erreicht sie nach mehreren Jahren mittlerweile eine Höhe von bis zu 2,20 Metern. Mit ihrem großen Wurzelballen holt sie sich Wasser aus tieferen Bodenschichten und lockert damit auch den Boden auf.
Das Herzgespann ist Vermehrungsfreudig
Mittlerweile hat sie auch unseren Komposthaufen erobert. Sie hat zahlreiche Samen gebildet und ist so in jedes Beet gewandert. Die jungen Pflanzen eignen sich hervorragend, um sie großzügig an andere GärtnerInnen weiterzugeben. Sie wachsen rasant, sind anspruchslos und winterhart.
Tagsüber summt es um die anziehende Staude, als wäre ein ganzer Bienenschwarm darin. Unsere Honigbienen und zahlreiche Wildbienenarten sammeln eifrig Nektar und Pollen. Auch andere Insekten wie Schwebfliegen oder Heupferde sind häufig zu Gast. Nachts findet man sogar schlafende Bienen darauf, während Nachtfalter Nektar saugen. Ist die Pflanze groß genug, nisten sogar kleine Vögel in ihr. Auf unserem Blühacker ist inzwischen ein ganzer Herzgespann-Wald gewachsen, in dem kleine Vögel nisten können, ohne dass die Katzen sie erreichen können.
Anfangs schützen
Leider stehen auch Nacktschnecken auf sie.
Das bedeutet:
Wenn ich sie an einer neuen Stelle im Garten ansiedeln möchte, sollte ich sie anfangs schützen, indem ich Schnecken absammle. Ab dem zweiten oder dritten Jahr wächst sie meist schneller, als die Schnecken sie fressen können.
Am besten setzt man sie an einen Ort, der regelmäßig um die Pflanze herum gemäht wird. So lässt sich der Schneckenbefall reduzieren, und sie breitet sich nicht unkontrolliert aus.
Auch im Kübel eine gute Figur
Auch im großen Topf oder Kübel kann sie kultiviert werden. Sie überwintert bei uns problemlos obwohl es sehr kalt wird (rund 700 Höhenmeter). Der Kübel steht dafür hinter dem Haus im Schatten unter freiem Himmel und trocknet auch im Winter nicht aus.
Die hohlen Stängel sind sehr stabil und eignen sich im Winter hervorragend als Wildbienenhotels. Ich lasse sie bis zum Frühling stehen, da sie auch einen Frostschutz für die Pflanzen abgeben. Das Herzgespann kann auch als Heilkräutertee genutzt werden und bietet so einen gesundheitlichen Mehrwert.
Wir haben regelmäßig Pflanzen, die wir abgeben können. Bestelle dir das Herzgespann gleich als Wurzelballen bei uns per E-Mail. Wir versenden bei kühler Witterung direkt per Paketpost für 20 Euro mit Versand. Oder falls du in der Nähe wohnst, kannst du es gerne nach Vereinbarung abholen.
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