Fachbegriffe

Hier findest du Fachbegriffe erklärt, die manchmal nicht so eindeutig in der Literatur oder im Netz zu finden sind. Wer unseren VRI-Jahreskurs besucht, bekommt ein Passwort für die Profiseite, auf der zu jedem Stichwort auch ausführliche Erklärungen und Infos für die Anwendung in der eigenen Imkerei stehen.

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Angepasster Brutraum

Mit einem Schied wird die Anzahl der Waben im Brutraum an die Größe des Bienenvolks angepaßt. Das nennt sich auch einengen. Grundsätzlich funktioniert das mit jeder Einraumbeute, aber auch in der Ganzzargenbetriebsweise, z.B. Zander, Deutschnormal oder Flachzarge.

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Bee-Space

Eines der wichtigsten Grundlagen in den Bienenwohnungen ist die Einhaltung des Bee-Space (zu deutsch: Bienenabstand oder Bienenlücke). Ist ein freier Abstand zwischen Waben oder Bauteilen ca. 5-8 mm groß, wird er nicht mit Wachs zugebaut und auch nicht mit Kittharz (Propolis) verklebt. Es ist der Abstand den die Bienen auch selbst bei freiem Wildbau bauen würden, da es der ideale Abstand zum Belaufen der Waben ist.

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Bienenbrot

Wenn Pollen in die Zellen eingelagert ist, dann heißt das Bienenbrot oder auch Perga. Dieses Bienenbrot besteht aus fermentiertem Pollen, der sofort verzehrbereit ist. D.h. die Pollenkörner wurden durch Enzyme bereits aufgeschlossen. Auch für die menschliche Ernährung ist das Bienenbrot sehr wertvoll und hat viele Vitamine und Spurenelemente. Wer Bienenbrot ernten möchte, … darf gerne an unseren Kursen teilnehmen, hier gehts zur Profiseite.

Brutentnahmeverfahren

„Nichts Altes geht mit in den Winter“

Das Prinzip der Korbimker wird hier auf die Magazinbetriebsweise angewandt. Der Korbimker erntet Honig immer in ganzen Körben. D.h. da man die Waben nicht entnehmen kann – sie sind innen an die Korbwand fest angebaut – wird das Volk in einen leeren Korb abgestoßen. Der abgestoßene Korb mit Honig- und Brutwaben wird über einem Erdloch abgeschwefelt, damit die Brutwaben nicht schimmeln oder verderben und der Honig wird sobald es kalt ist, wabenweise aus dem Korb ausgebrochen. Die Bienen müssen also alles von vorne neu bauen, ohne Mittelwand, nur durch Füttern.
Das Prinzip alles Neu zu machen, kann man auch in den modernen Systemen verwenden. Die Honigräume werden samt Bienen vom Wirtschaftsvolk separat gestellt, die Brutwaben kommen ohne ansitzende Bienen in eine neue Beute und über eine Bienenflucht werden die Honigräume darauf gesetzt. Das Muttervolk – die Stock- und Flug-Bienen mit Königin – bleiben erst mal eine Nacht ohne alles und bekommt am nächsten Tag Mittelwände und Futter.
Wie alles genau geht, dafür bieten wir einen Online-Kurs an und ebenso im Sommer einen Praxistag.

Totale Brutentnahme

Bei der Beschreibung einer totalen Brutentnahme werden normalerweise gleich bei der Entnahme der Altwaben neue Mittelwände und Futter gegeben. D.h. ich mache einen Brutableger oder eine Brutscheune in der die Bienenbrut von anfangs wenigen Bienen ausgebrütet werden. Das „Muttervolk“ bekommt dafür sofort Mittelwände und Futter, damit es das Brutnest neu aufbauen kann. So ein Verfahren wird zur biologischen Milbenbekämpfung benutzt, damit das Muttervolk sofort alle Milben mit der Brut verliert. Wichtig ist bei einer Sanierung des Bienenstandes durch die vollständige Brutentnahme, dass ich das Verfahren bei allen Völkern am Stand mache und die Brutwabenableger an einen anderen Stand bringe. Die Varroen bringen die Bienen verstärkt dazu sich zu verfliegen. Die Bienen fliegen nachweislich bis zu 1,5 km in andere Völker.
In den ersten Tagen danach kann ich das Muttervolk dann einer Oxalsäurebehandlung unterziehen, solange noch keine verdeckelte Brut vorhanden ist.

Brutscheune

Wenn man viele Brutwaben mit vorwiegend verdeckelter Brut aus Bienenvölkern entnimmt und zusammen in eine Beute gibt, nennt man das eine Brutscheune. Stellt man diese Waben über Absperrgitter auf einen Ableger mit Bienenkönigin, dann werden meistens keine Weiselzellen angezogen und man kann die Brut einfach auslaufen lassen. Da in dem Stock dann sehr viele Bienen vorhanden sind, kann man regelmäßig geschlüpfte Bienen entnehmen, gegen Varroa behandeln und Bienenvölkern wieder zugeben, bzw. Ableger oder Zuchtkästchen verstärken oder Kunstschwärme damit bilden.

Durchlenzung

Das Wort Durchlenzung hat mit dem alten Wort „Lenz“ für „Frühling“ zu tun. Es meint den Zustand im Frühling im Bienenvolk, wenn endlich mehr junge Bienen neu entstehen, als dass alte Winterbienen sterben und das Volk in seiner Bienenmasse größer wird.

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Einraumbeute

Der Bienenkasten, in dem die Waben mit Brut sind und die Bienen wohnen nennt man Beute. Sie ist meist aus Holz oder Styropor. Ist die Bienenwohnung sehr groß (lang oder auch breit) und gibt es nur einen Raum für Brut und Honig, so nennt man diese Beuten „Einraumbeuten“, z.B. die Golzbeute (Wabenmaß Kuntzsch-Hochmaß), die Mellifera Einraumbeute und die Rütli® Einraumbeute (beide Wabenmaß Dadant-Hochkant), inzwischen gibt es auch die „Einraumbeute City-Box“, die an ein Balkongeländer gehängt werden kann und in verschiedenen Wabenmaßen (Dadant, Zander, etc.) gefertigt wird. Auch die Topbar Hive ist sogesehen eine Einraumbeute.

Honig auftauen

Wenn wir davon sprechen, Honig „aufzutauen“, dann hat es erst mal nichts damit zu tun, dass er gefroren war. Sondern im Fachbereich sprechen wir von „auftauen“, wenn der Honig fest geworden ist und dieser durch Wärmeeinwirkung (im Wasserbad oder Wärmeschrank) wieder verflüssigt wird. Wird der Honig zu lange warm gehalten oder erhitzt, entsteht HMF.

HMF

HMF ist die Abkürzung für „Hydroxymethylfurfural„. Das ist ein Zuckerabbaustoff der entsteht, wenn Zuckerstoffe oder Kohlenhydrate erhitzt werden, bzw. wenn Honig zu warm gelagert wird. Dieser Stoff ist in höheren Dosen für Bienen giftig. Für uns Menschen ist ein hoher Wert ungefährlich. Auch z.B. im Apfelsaft findet sich ein höherer Wert. Frische und gute Qualität bei Honig hat einen Höchst-Gehalt bis 15 mg/kg, maximal zulässig ist 40 mg/kg. Liegt der Wert darüber, darf der Honig nur noch als Backhonig verkauft werden. Nähere Infos sind zu finden in der Honigverordnung bzw. den Leitsätzen für Honig.

Pollenbesatz

Im Sommer: ist zu viel Pollen auf den Waben (der Pollen heißt in der Form Bienenbrot), dann ist das Brutnest für diese Königin zu groß. Die Wabenanzahl sollte reduziert werden. Durch übermäßigen Pollen wird der Schwarmtrieb des Volkes gefördert.
Im Winter: läuft im Herbst das Brutnest aus und ist es noch sehr warm, wird verstärkt in die frei werdenden Zellen verfügbarer Pollen als Bienenbrot eingelagert. Sind die Flächen sehr groß, wird dadurch im Frühling ein ungleichmäßiges Brutnest gefördert, da das Bienenbrot nur sehr langsam wieder aus den Waben verschwindet. Das Brutnest sieht deshalb im Frühling manchmal ein bisschen nach „Schrotschuss“ aus und hindert die Königin daran, ein geschlossenes Brutnest aufzubauen.

Populationsentwicklung

Bienen und Brut entwickeln sich immer etwas ähnlich im Jahreslauf. Manchmal fängt die Brut früher oder später an, aber in der ersten Hälfte steigt erst mal die Anzahl Brutzellen und damit natürlich die Bienenmasse. Etwa gegen Anfang bis spätestens Mitte Juni kommt der Höhepunkt der Brut und kurz darauf der Höhepunkt der Bienenmasse. Dann nimmt die Brutzellenanzahl ab, da die Königin in ihrer Legeleistung nachlässt. Zu erkennen ist das daran, dass die Futterränder größer werden. Oft ist das schon Anfang Juni so. Jetzt kann es je nach Anfangsbestand der Varromilbe im Frühling im Bienenvolk kritisch werden. Denn die Milben vermehren sich ungehindert weiter. Bei einer Verdreifachung der MIlben pro Brutzyklus (eine Mutter und zwei Tochtermilben) kann bei einem frühen Brutbeginn bereits Mitte oder Ende Juni ein kritischer Wert entstehen, nämlich in der Form, dass zu viele Milben vorhanden sind und jede Bienenmade befallen wird. Wird die Bienenmade angestochen, kann ihr die Milbe Krankheitserreger direkt über die Bisswunde übertragen.

Zu Recht hat Dr. Rosenkrank von uns in der Meisterausbildung gefordert, dass wir uns das Diagramm von der Populationsentwicklung von Bienen und Brut übers Bett hängen (Download für Teilnehmer des Seminars möglich).
Die Entwicklung der Varroamilbe steigt im Sommer immer weiter an, während die Brut zurück geht. Hier liegt die Brisanz und es kann der Behandlungserfolg durchaus in Gefahr geraten, wenn man zwei Wochen zu spät behandelt. Im Kurs „Varroareduziert Imkern“ zeichne ich Hilfslinien in das Diagramm ein, die deutlicher machen, worauf es ankommt. Wer näheres dazu wissen möchte, sollte (noch mal) am Vortrag oder Workshop „Varroareduziert Imkern“ teilnehmen.

Reinigungsprotokoll

Wir sind Lebensmittelerzeuger. Auch wenn wir nur ein Glas Honig verschenken, bringen wir „Lebensmittel in Verkehr“. D.h. wir müssen zum Beispiel für die Hygienekontrolle bei der Herstellung bzw. Bearbeitung von Honig Reinigungsprotokolle anlegen. Hier ist ein umfangreiches Beispiel dafür. Im Profibereich findest du die Tabelle direkt zum Bearbeiten. So kannst du dir deine eigene Tabelle am Rechner ganz einfach selbst gestalten. Wer sich noch mehr für das Thema Hygiene in der Imkerei interessiert, findet unser Kursangebot dazu unter Einzelkurse.

Trachtreife

Ein Volk ist trachtreif, wenn es bei eine Volltracht oder Läppertracht Überschüsse in die Honigräume einträgt. Nur ein Bienenvolk mit genügend Sammelbienen kann Honigüberschüsse ernten. Es ist also wichtig, dass die Bienen langlebig sind und schon früh im Jahr die Durchlenzung stattfindet.

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Trennschied oder Schied

Im Angepassten Brutraum wird mit einem Schied gearbeitet, das manchmal fälschlich als „Trennschied“ bezeichnet wird. Nachfolgend wird der Unterschied erklärt.

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Das Schied

ist ein Holzbrett in der gleichen Größe wie die Rähmchen und kann von den Bienen auf allen Seiten umlaufen werden. Es ist KEINE Trennung, sondern nur sowas wie eine „Wohnzimmertüre“, durch die ich jederzeit durch gehen kann, um mir was aus der Küche oder Speisekammer zu holen.

Es sind 8 Waben im Nest und eine Wabe rechts hinter dem Schied. Auch links zwischen der Außenwand und der 1. Wabe ist aus Wärmegründen immer ein 2. Schied

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Das Trennschied

ist ein Holzbrett, das eine Beute in zwei bienendichte Abteile verwandelt. Es gibt in der Regel ein Unterteil, das durch das Flugloch bis nach außen die Trennung herstellt und in das das Brett von oben eingehängt wird, so dass ein geringer Unterschied bei der Beutenhöhe ausgeglichen werden kann. Dadurch gibt es weder eine zu kurze noch zu lange Trennung innerhalb der Beute und das Trennschied steht weder oben über die Kante der Beute, noch können Bienen unten durch schlüpfen. In das Flugloch kommen nun zwei kürzer Keile und die Trennung der zwei Völker oder Ableger ist perfekt.

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Wenn du dich nun für die Themen Wärmehaushalt, das Schieden – auch in anderen Beutensystemen als Dadant – interessierst, solltest du dich zu unseren Kursen anmelden. Es ist für die Bienen sehr gesund, wenn sie wenig heizen müssen. Das wirkt sich besonders bei den Winterbienen lebensverlängernd aus und trägt damit maßgeblich zu einer gute und schnellen Frühjahrsentwicklung bei.

Sind die Völker stark und gesund – machen sie von Haus aus viel Honig! D.h. wenn sie im Frühling schon viel Honig machen, sind sie gesund!

Komm jetzt zu uns und lerne von den Profis, ich freu mich auf dich!

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