Es gibt einige Grundsätze, die das Imkern wesentlich erleichtern, das nennt sich auch „gute fachliche Praxis“. Hier findest du wichtige Grundsätze, um effizient und kräfteschonend zu imkern. Etwas mehr Erläuterung findest du zu den einzelnen Begriffen auf der Seite Fachbegriffe.

Die Teilnehmer unserer Jahreskurse erhalten Zugang zur Webseite Fachbegriffe für Profis. Bei den Fachbegriffen für Profis werden die Begriffe ausführlicher behandelt, einschließlich teils verschiedener Lösungsmöglichkeiten und Handlungsansätze.

Komm gerne zu uns, hier üben wir das! Wir freuen uns auf dich!

Grundsätze für gesunde Bienen und eine erfolgreiche Imkerei

Hausaufgabe

Diese Grundsätze sind die „Hausaufgabe“ für mich als angehende Imkerin / angehenden Imker, die ich aus dem ff wissen (und anwenden können) muss in meiner Imkerei.
Manche Begriffe sind verlinkt auf die Seite der Fachbegriffe, da sie dort erklärt werden.

1. Beespace zwischen allen Bauteilen der Beute einhalten:
ich brauche damit keine Folien über dem Brutnest. Die Bienen machen auch keinen Wildbau/Überbau oder Verklebungen mit Propolis. Gibt es trotzdem Überbau, dann ist es Zeit zu Erweitern. Es liegt natürlich auch manchmal an der Genetik.

2. Schiede verwenden (NICHT Trennschiede!), um das Brutnest zu steuern. Wichtig ist das für den Wärmehaushalt. Ist es für die Bienenbrut immer warm genug, schlüpfen weniger geschlechtsreife Varroamilben.

3. Futterwaben im Frühling zur Erweiterung geben, KEINE Mittelwand. Wir geben Mittelwände zur Auffütterung im Sommer. Auch bei der Entnahme von Bruträhmchen können wir Mittelwände geben. Wir dürfen das machen, wenn die Bienen bereits Honig im Honigraum einlagern. Nicht vorher!

4. Brutnestgröße berechnen:
Wie viele Waben gebe ich meiner Königin?
Sie soll jeden Tag 2.000 Eier legen können. (2000 Eier x 21 Tage = 42.000 Zellen)

Dadant modifiziert (US), 5,4 mm Zellgröße8.500 Zellen / Wabe5-6 Waben
Zander 5,4 mm Zellgröße6.200 Zellen / Wabe6-7 Waben
DeutschNormal 5,4 mm Zellgröße5.100 Zellen / Wabe8-9 Waben
Grundsätze erleichtern Imkern Praxis: Pollenbretter zeigen, dass das Brutnest zu groß ist, bzw. dass der Brutnestrand nicht warm genug gehalten werden kann, dass dort Brut angelegt werden kann.

5. Pollenbesatz in den Waben beobachten:
1/2 Wabe Dadant oder 3/4 Wabe Zander reicht aus. Bei zu viel Pollen Anzahl der Brutwaben reduzieren! Schiede einsetzen: die Bienen brüten bis nach außen.

6. Wenn ich keine Eier mehr finde und keine offene Brut, dann als erstes IMMER eine Weiselprobe einhängen (Wabe von einem anderen Volk mit jungen Maden und Eiern). Viel zu oft wird eine neue Königin zugesetzt, die dann von den Bienen umgebracht wird. Oft ist noch eine Königin vorhanden, die eine Legepause macht oder als Jungkönigin noch nicht angefangen hat zu legen.

Bienengesundheit

1. mindestens alle 3 Monate Varroen reduzieren:
die Entwicklung der Varroamilbe in der Bienenbrut ist meistens rasanter, als wir wahrnehmen. Die Völker fangen meistens schon im Januar an zu brüten. Es gibt im Juni schon zu viele Milben. Diese Sommerbienen können keine gesunden Winterbienen mehr aufziehen und die Winterbienen sind damit zu kurzlebig.
Wichtig:
Alle 3 Monate werden die Varroen reduziert: z. B. mit Brutentnahme, Behandlung…

2. Hinter dem Schied müssen ab der Trachtreife im Frühling Bienentrauben hängen, auch während des Tages. Sie sind der sogenannte „Reservetrupp“. Sind dort keine Bienen, dann sind die Völker entweder nicht stark genug (im Frühjahr), oder sie sind mit Krankheitskeimen belastet und zu kurzlebig.

3. Brutrückgang im Sommer beobachten:
Die Anzahl an Brutzellen geht ab circa Anfang Juni zurück. Die Anzahl der Milben steigt mit jedem Brutzyklus an. Wie erkenne ich den Rückgang der Brut? Es entstehen Honigränder am oberen Rand der Brutrahmen und/oder in den Baurahmen wird angefangen, Honig einzugelagern. Es steigt jetzt die Gefahr: die Milben beißen mehr und mehr Bienenmaden an.

Produktion

1. Hygienestandards einhalten:
Wichtig ist die Hygiene bei den Bienenvölkern, deren Bearbeitung und der Produktion von Bienenprodukten (Honig, Pollen, etc.). Auch bei der Verarbeitung der Bienenprodukte bis ins Glas sind hohe Hygienestandards einzuhalten. Wir sind Lebensmittelerzeuger und unsere Produkte müssen „sicher“ sein.

2. Bienen sind Räuber:
Habe ich unterschiedlich starke Bienenvölker an einem Bienenstand, gibt es leichter Räuberei. Denn die starken Völker suchen in trachtlosen Zeiten auch andere Völker auf, die sich nicht so gut verteidigen. Deshalb schwache Völker (Ableger) nicht direkt neben Honigbienenvölker aufstellen. Deshalb: kranke Bienenvölker weg bringen (Quarantäne).

3. Honigräume großzügig aufsetzen
Wenn ein bis zwei Honigwaben in der Honigzarge eingetragen sind, wird ein weiterer Honigraum oben drauf gegeben. Nektar ist sehr flüssig und die Bienen hängen den Nektar tröpfchenweise in die Zellen, damit eine große Oberfläche zum Trocknen entsteht. Dafür brauchen sie viel Platz. Bedingung: Im Brutraum muss die Anzahl der Waben an die Legeleistung der Königin angepasst sein.

Diese Seite ist noch am „wachsen“. Im Laufe des Jahres werden wir die aktuellen Grundsätze zum „Imkern erleichtern“ aus der Praxis hier noch ergänzen.

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Viele weitere wissenswerte Details findest du auch auf unserer Linkliste oder eine ausführliche Anleitung zum Bienentransport in neuen Dadantbeuten auf unserer Imkereiwebseite.

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