Ein drohnenbrütiges Volk kann ich heilen. Ich brauche dazu genug junge Bienen, die in der Lage sind, den richtigen Futtersaft herzustellen. Nur so können eine Königin und junge Maden gefüttert werden!
Das gilt allerdings nur für Völker ohne Königin. Habe ich noch eine drohnenbrütige Königin im Volk, dann ist es noch viel einfacher: Königin raus, neue Königin im Zusetzkäfig rein, oder das Volk mit einem anderen vereinigen (z.B. mit Zeitungspapier zwischen den Zargen). Sind bereits Drohnemüttchen vorhanden, kann ich das Volk trotzdem heilen. Ein Drohnenmütterchen ist eine Arbeiterinnenbiene, die aufgrund der fehlenden Königin ihre Eierstöcke ausbildet und unbefruchtete Eier legt. Meist sind es sogar mehrere Arbeiterinnen. Drohnenbrütig werden Völker bei einem Verlust der Königin, wenn keine Brut mehr vorhanden ist, um eine neue Prinzessin heranzuziehen. Das kann zwei bis vier Wochen nach einem Verlust der Königin so sein, oder genetisch bedingt auch schon früher oder erst noch später.

drohnenbrütiges Volk kann heilen

Wann muss ich ein Volk auflösen?

In den Imkerkursen lernt man, dass ein drohnenbrütiges Volk – das Drohnenmütterchen hat – aufgelöst werden muss. Die Bienenmasse nimmt immer mehr ab und es gibt nur noch Drohnen, die von Ammenbienen als Eier angelegt werden. Da es keine jungen Arbeiterinnen mehr gibt, schrumpft das Volk mit dem Alter der Bienen.
Es ist richtig aufzulösen, wenn es am Ende des Sommers kaum noch Brut gibt, die ich zuhängen kann.
Einem drohnenbrütigen Volk kann ich leider auch nicht einfach eine Königin zusetzen. Es nutzt auch nichts, wenn ich die Bienen einer neuen Königin zufliegen lasse. Diese alten Bienen nehmen diese Königin nicht an. Sie füttern sie einfach nicht, bzw. sie KÖNNEN sie nicht füttern, weil sie den entsprechenden Futtersaft nicht mehr herstellen können.

Ebenso nutzt ein Absperrgitter nichts beim Einfliegen lassen gegen ein Drohnenmütterchen. Es ist ja eine normale Biene, die die Eier legt und die passt durch das Absprerrgitter immer durch. D.h. am Ende des Sommers oder im Winter kann man die Bienen nur einem anderen vollständigen Volk zufliegen lassen, bzw. über Zeitungspapier und einem Adamfütterer oben aufsetzen, wenn das Wetter zum Abfliegen lassen nicht passt.

Heilen geht, wenn es Brutwaben gibt

Ein drohnenbrütiges Volk kann man heilen, wenn es Frühling/Frühsommer oder Sommer ist. Also ist es warm genug, dass Bienen nachschaffen können und ein anderes Volk Brutwaben spenden kann. In dieser Zeit kann ich ein Volk von der Drohnenbrütigkeit „heilen“ lassen.

Um heilen zu können, hänge ich mindestens einmal eine Brutwabe aus einem anderen Volk zu. Es braucht darauf viel frisch schlüpfende Brut und gerne auch ein paar Eiern. Nur die frisch schlüpfenden Bienen werden eine Weiselzelle anziehen können und wollen.

Längere Drohnenbrütigkeit braucht zwei Brutwaben

Ist das Volk schon länger drohnenbrütig, dann braucht es zwei mal eine Brutwabe. Hat das Volk nur alte Bienen, werden sie die junge offene Brut ausräumen.

Die erste Brutwabe sollte viel frisch schlüpfende Brut enthalten – es kann also ein voll verdeckelte Brutwabe sein. Die zweite Brutwabe – nach einer Woche zugegeben – braucht junge Maden und mindestens ein paar Eier auf der Wabe. Die frisch geschlüpften Bienen von der Woche zuvor sind jetzt in der Lage den richtigen Futtersaft herzustellen. Aus den jungen Maden, bzw. aus den Eiern – sobald die Maden schlüpfen – kann jetzt eine Jungkönigin herangezogen werden.

Man bringt also junge Bienen ins Volk, die ja eine Königin wollen und heranziehen können. Ziehen diese eine Weiselzelle an, kann ich sie brechen und eine neue Königin mit Futterteigverschluss zusetzen. Die jungen Bienen sind an der neuen Mutter interessiert und werden sie füttern und pflegen, dass sie Eier legen kann. Die Drohnenmütterchen werden dann aufhören, unbefruchtete Eier zu legen. Das Gleichgewicht im Volk wird wieder hergestellt.

Bienen sind zu alt

In einem drohnenbrütigen Volk sind einfach die Bienen zu alt, um eine Königin richtig versorgen zu können. Die Königin muss einen ganz besonderen Futtersaft bekommen. Dieser ist anders, als der für die Pflege von älteren Bienenmaden von Drohnen und Arbeiterinnen. Der Futtersaft, den alle jungen Larven bekommen, wird von Ammenbienen hergestellt, die 6-8 Tage alt sind. Bei diesen Bienen sind zusätzliche Futtersaftdrüsen ausgebildet, die ganz jung geschlüpfte Bienen noch nicht haben. Die alten Bienen verlieren vermutlich auch einen Teil dieser aktiven Futtersaftdrüsen. Eine Königin kann nicht ausreichend gefüttert werden. Sie legt dann keine Eier.
Eine aktive Königin wird ihr Leben lang mit Gelee Royale gefüttert. Das ist der Futtersaft, den auch ganz junge Larven in den ersten 3 Tagen bekommen.

kleinere Drohnen bei Drohnenbrütigkeit

Die Brut kann von alten Bienen nicht richtig versorgt werden. Deshalb werden Drohnen bei einem drohnenbrütigen Volk kleiner ausgebildet. Diese Drohnen sind in der Regel viel kleiner als ihre vollständig ernährten Kollegen aus dem Nachbarvolk.

Drohnenbrütigkeit im Winter

Habe ich keine Brutwaben zur Verfügung um junge Bienen in ein solches Volk zu bringen, kann ich nur eine Vereinigung der Bienen mit einem vollständigen Volk in Betracht ziehen. Da ich im Winter kein Volk auf den Boden abkehren möchte, habe ich es anders versucht und bisher immer Erfolg damit gehabt. Ich setze ein drohnenbrütiges Volk (natürlich ohne Königin) über einen offenen Adamfütterer auf ein anderes Volk auf.

Wir lehren nicht nur, ein drohnenbrütiges Volk kann man heilen, sondern es gibt viel Wissenswertes auf unsere Seite für Fachbegriffe oder in unsere Kursen.
Wenn du Interesse hast, richtig gut Imkern zu lernen, dann komm gerne zu uns in unsere Imkerschule. Hier geht’s zur Kurs-Seite.

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