Im Winter – Futter kontrollieren und erstes Schieden

Futterkontrolle im Winter wichtig bei angepasstem Brutraum. Vor einer Kälteperiode das Futter nachfüllen, verhindert das Verhungern des Bien, wenn Brut vorhanden ist.

Mit einer Federwaage oder elektronischen Kofferwaage kann ich die Beute von hinten anheben, um das Gewicht zu kontrollieren. Gerade Anfänger haben meist noch keine Erfahrung, wie schwer die Beute sich anfühlen muss, damit das Gewicht stimmt. Doch dann weiß ich nicht sicher, ob das Futter da ist, wo die Bienen es erreichen können.

Unterschiede im Gewicht

Wer mehr als nur ein paar Völker hat, kann leichter Unterschiede im Gewicht feststellen. Die besonders leichten oder besonders schweren Völker kann ich dann stichprobenartig durch einen Blick unter den Deckel kontrollieren. Bei unterschiedlicher Wabenzahl im geschiedeten Dadantsystem ist das jedoch nicht leicht einzuschätzen, ob es nun genug Futter ist, oder ob die Beute für die Anzahl Waben zu leicht oder vielleicht auch zu schwer ist. Bei Ganzzargen-Betriebsweise ist das einfacher, da alle Beuten die gleiche Wabenanzahl haben.

niedriger Futterverbrauch bei Brutfreiheit

Haben die Bienen nicht ausreichend Winterfutter, ist das meist bei auslaufender Brut oder Brutfreiheit kein so großes Problem. Denn ohne Brut brauchen die Bienen ungefähr 1 bis 2 kg Futter pro Monat, je nach Volksstärke. Beginnt die Brut wird es allerdings kritischer, da die Vorräte vor allem bei Kälteeinbrüchen nahe am Nest sein müssen und die Bruttemperatur von cirka 35 °C natürlich eine hohe Heizleistung von den Bienen verlangt. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie viel wiegt meine Beute und wenn ich das Leergewicht der Beute und das Gewicht der Bienenmasse abziehe, wie lange reicht mir das Winterfutter. Habe ich also einen gemessenen Wert auf meiner Waage bei eingefüttertem Zustand und weiß ich wie das umzurechnen ist, auf das Gesamtgewicht, kann ich natürlich einfacher im Winter durch erneutes sanftes Anheben kontrollieren, wie viel das Futter bereits abgenommen hat. Die Beute wird dadurch ja leichter. Beim angepassten Brutraum kann ich auch innerhalb von maximal 1 Minute überprüfen, ob genug Futter am Nest ist.

Kälteperioden nach Brutbeginn kritisch

Vor einer Kälteperiode, die unter 5 Grad kalt wird, kontrollieren wir je nach Beginn der Bruttätigkeit (Pollenflug) im Februar und März auf alle Fälle den Futterzustand am Nest, um gegebenenfalls eine Futterwabe an den Brutrand zu schieben.

Schiede setzen

Aus arbeitstechnischen Gründen werden bei uns spätestens bei Brutbeginn zwei Schiede so gesetzt, dass der Großteil der Bienenmasse innerhalb dieses Nestbereichs sitzt, meist sind das 4 bis 5 Waben, je nach Volksstärke. Bei einigen Völkern können das auch mal mehr sein. Um sicher zu sein, dass die Bienentraube richtig erkannt wird, leuchten wir mit einer Taschenlampe in die Wabengassen. Da der Futterkranz oben noch sehr hoch sein kann, besetzten die Bienen bei kalter Witterung meistens zu dieser Jahreszeit noch nicht die Rähmchenoberkanten.

Gerade diese großen Völker muss man gut im Auge haben, da die vielen Bienen natürlich mehr zu essen brauchen und meist auch schneller größere Brutnester anlegt.

Winterbehandlung – ein guter Zeitpunkt

Die Winterbehandlung wird bei uns durchgeführt, bevor eine Wärmeperiode kommt und die Bienen anschließend ausfliegen können. Die Behandlung wird dadurch meist besser vertragen und man stört nicht künstlich die Wintertraube durch den warmen Zucker-Oxalsäure-Saft. Dadurch kann ich auch gut schieden. Denn bei sehr kalter Witterung sitzen die Bienen sehr eng und ich kann das Schied weniger gut zwischen die Waben einfügen. Die Störung könnte dazu führen, dass die Bienen auffliegen und nicht zurück in den Stock kommen, da sie „verklammen“. Dann sollte ich warten, bis nach dem 1. Reinigungsflug.

Futterkontrolle im Winter mit angepasstem Brutraum

Wir zeigen in unseren Kursen wie es geht, was man genau tun kann oder welche Tipps und Tricks es gibt, z. B. in unserem VRI-Jahreskurs und mit den Fachbegriffen für Profis.

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